Entweder richtig viel Wind, oder viel zu wenig. Dazwischen gab es bisher eigentlich nichts. Wir sind inzwischen in Ystad angekommen. Leider mussten wir den großen Schlag von Klintholm in Dänemark vorbei an den berühmten Kreidefelsen von Mons Klint hinüber an die schwedische Südküste unter Motor absolvieren. Denn statt nur etwas weniger wie angesagt, gab es am Dienstag gar keinen Wind. Doof, aber so ist das halt.




Statt nach Trelleborg haben wir direkt nach Smygehamn übergesetzt. Der Grund: Laut Törnführer soll es dort eine Service-Werkstatt geben. Prima, dachte ich mir, dann können wir unser Elektroproblem gleich dort lösen. Doch weit gefehlt: Smygehamn ist ein sehr kleiner Hafen am südlichsten Punkt Schwedens. Es gab zwar eine kleine Werft mit einigen Baracken, aber die lagen ziemlich leblos da. Auch sonst war überall zu spüren, dass die Saison an diesem touristischen Hotspot noch nicht begonnen hat. Wir bekamen nach der Online-Anmeldung zwar einen Code für die Dusche zugeschickt, funktioniert hat der aber nicht.
Also am nächsten Morgen schnell weiter nach Ystad. Nur 18 Seemeilen. Die hatten es dann allerdings wieder in sich. Nur doof, dass ich am Vorabend meinen eigenen Rat nicht beherzigt und histaminreiches Frittiertes gegessen habe. Der Wind war stark und kam wieder mal von hinten. Die Wellen waren sehr hoch und das habe ich deutlich gemerkt und es vermieden, unter Deck zu gehen….
Das Elektro-Problem
Plan war ja, in Ystad das Elektro-Problem zu lösen. Das ist schnell erklärt: Immer, wenn wir unterwegs waren, kam nach kurzer Zeit die Meldung, dass die Spannung der Verbraucherbatterie zu niedrig ist. Zum Teil fielen sogar Kartenplotter und Funk aus. Wir hatten eigentlich nur die Navigationsinstrumente an, die Batterie ist angeblich neu, am Freitag vor unsere Anreise frisch eingebaut. Also stellte sich die Frage: Was zieht hier so viel Strom. Nach einigen Beratungen – auch per Video mit der Familiencrew zu Hause (Danke an Peter, Jana und Max), kamen wir zunehmend zu dem Schluss, dass die „neue“ Batterie, die eigentlich gar nicht neu aussieht, kaputt ist. Sicher sind wir aber nach wie vor nicht. Auf der Fahrt nach Ystad haben wir daher die alte, die noch an Bord ist, wieder angeklemmt. Wir meinen, sie hielt etwas länger, aber das Grundproblem blieb. Eine Nacht vor Anker ist so undenkbar.
Gestern Abend kamen dann noch Mark und Regine an Bord, Elbesegler aus Hamburg, die uns schon in Klintholm beim Anlegen geholfen hatten. Mark hatte ein Messgerät dabei. Ergebnis: der Laderegler arbeitet okay, die neue Batterie ist laut Mark ganz sicher nicht neu und: die alte Batterie, eine Blei-Säure-Batterie mit einzeln zu öffenden Kammern, ist trocken. Also haben wir heute, an unserem Hafentag in Ystad erst mal destilliertes Wasser besorgt und die Batterie aufgefüllt. Morgen schauen wir, wie es damit geht. Wenn sie länger durchhält, ist das auf jeden Fall ein Indiz, dass das Problem nicht beim Verbrauch, sondern bei der Speicherfähigkeit der Batterie liegt.
Denn die Idee, das hier ein Techniker an Bord kommt, mussten wir ebenfalls begraben: Heute ist Nationalfeiertag in Schweden. Da geht nicht viel… Außer natürlich feiern! Das haben sie hier ausgiebig getan, den ganzen Tag war Programm auf dem Marktplatz. Hier noch einige Eindrücke aus Ystad (zum Vergrößern klicken):











Rudolf
Hallo Silke, das liest sich ja wie ein (Batterie-) Krimi, passend zu Ystad. Bin gespannt, wie es weiter geht, und hoffe auf ein happy end. Danke auch für die Bilder. Weiterhin gute Fahrt und den ‚richtigen‘ Wind dabei!
Vg.
Rudolf
Silke
Hallo Rudi.
Danke Dir für die Wünsche. Sollten wir selbst nicht zum Erfolg kommen, rufe ich hier eine E-Techniker-Challenge aus und sammle weitere Lösungsansätze. 😉 Dann bist auch Du gefordert….
Liebe Grüße,
Silke
Bernd
Hallo Silke,
Schöne Bilder und Bericht, blödes Elektrik-/Batterieproblem. Hoffe Du bekommst das schnell hin. Hatte das gleiche Problem bei einem Camper in Kanada, die Batterie war einfach hinüber.
Vielleicht ist nur die Motor Batterie neu?
Grüße aus Stuttgart Bernd
Silke
Hallo Bernd.
Ja, inzwischen wissen wir: es ist die Batterie. Die aufgefüllte alte leistet gute Dienste. Wenn Ihr an Bord kommt, ist alles gut. … 😀
Viele Grüsse, Silke